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21. Oktober 2024  (aktualisiert am 11. Juli 2025)

OSB-Platten als aussteifendes Element im Holzrahmenbau

von  Redaktion Holzbau Fachhandel | 5 Min. Lesezeit | #OSB  #Wandscheiben  #Wandbeplanung  #Holzrahmenbau  #Holzbau 

OSB ist ein bewährtes Material zur Aussteifung von Wand-, Dach- und Deckenebenen. Um beim Bau sicherzustellen, dass diese Ebenen zu statisch wirksamen Scheiben werden, sind folgende Punkte zu beachten.

Wandscheiben

Beim Einsatz in Wandscheiben muss jede Scheibe umlaufend mit einem Randholz versehen sein, das je nach Funktion als Randgurt, Randrippe, Endständer, Rähm oder Schwelle bezeichnet wird. Die aussteifende Beplankung aus OSB, kann ein- oder beidseitig aufgebracht werden. Bei beidseitig beplankten Außenwänden sind bauphysikalische Untersuchen zum Feuchteschutz durchzuführen. Die Wandbeplankung bildet demnach ein schubfestes Feld, dass die Ableitung horizontaler Lasten in Wandrichtung (Scheibentragfähigkeit) ermöglicht. Zusätzlich kann die Beplankung flächige Horizontallasten, z.B. Windlasten, aufnehmen. Die Unterkonstruktion verhindert ein Ausknicken und Ausbeulen der Beplankung und übernimmt zudem den Abtrag vertikaler Lasten auf die Wand. Wichtig ist, dass die Wandscheibe durch andere Bauteile gegen Gleiten und Kippen gesichert wird.

Wandaufbau mit Beplankung, Ständern, Lasten durch Wind und Gewicht

Um die Nachweise für jede Wandscheibe gemäß den angegebenen Anforderungen zu erbringen, sollte u.a. beachtet werden, dass aussteifende Scheiben in Holzrahmenbauweise nach der Schubfeldtheorie bemessen werden. Die Tragfähigkeit der Holztafel wird durch die Tragfähigkeit der Verbindungen bestimmt. Die Schubtragfähigkeit des Plattenwerkstoffs (Scheibentragwirkung) darf nicht höher sein als die niedrigste Zugfestigkeit des Plattenmaterials für Scheibenbeanspruchung. Dies ist bei namhaften Herstellern gewährleistet.

Prüfung der vertikalen Stößen

Überprüfen Sie, ob alle vertikalen Stöße der OSB-Beplankung auf Wandstielen liegen. Freie vertikale Plattenränder sind unzulässig und müssen vermieden werden. Dokumentieren Sie anschließend die Position der vertikalen Stöße und stellen Sie sicher, dass sie korrekt auf Wandstielen positioniert sind. Darüber hinaus muss geprüft werden, ob Imperfektionen angesetzt werden müssen. Wenn vorhanden, gilt eine horizontale Ersatzlast.

Prüfung der horizontalen Stöße

In der Wandscheibe ist maximal ein Horizontalstoß zulässig. Dieser muss schubsteif hinterlegt sein Bei Wandscheiben mit einem Horizontalstoß ist die Tragfähigkeit um 1/6 abzumindern.

Wandfelder mit Aussteifung, Plattenstoß, Horizontallast und Wandstiel-Anordnung.

Werden Wandbeplankungen mit zugelassenen Wellennägeln schubsteif verbunden, ist aus statischer Sicht keine Fugenhinterlegung erforderlich. Die Auswirkung einer Beplankungsfuge auf die ggf. erforderliche Luft-/Rauchdichtigkeit ist gesondert zu untersuchen.

Durch die systematische Durchführung dieser Prüfungen und Nachweise können Sie sicherstellen, dass die Anforderungen an die Wandscheiben eingehalten werden und die notwendige Stabilität und Sicherheit gewährleistet ist. Alle Ergebnisse und Nachweise sollten sorgfältig dokumentiert und archiviert werden. Neben den Nachweisen für die Beplankung sind noch die Nachweise für die Unterkonstruktion (Rippen, Rähme und Schwellen) zu führen.

Dach- & Deckenscheiben

Holzbalkendecken in Holztafelbauweise bestehen im Sinn der DIN EN 1995-1 aus Holzwerkstoffen, die über mechanische Verbindungsmittel (bevorzugt Schrauben, Klammern und profilierte Nägel) mit dem Holzrippenwerk verbunden sind. Deckentragwerke werden in ihrer Ebene als Scheibe und senkrecht zur Ebene als Platte belastet.

Horizontallasten aus Windeinwirkung, Erdbeben und Schiefstellungen wirken auf Deckenscheiben ein. Deckenscheiben in Holztafelbauweise werden somit sowohl in Rippenrichtung als auch senkrecht dazu belastet. Decken- und Dachscheiben müssen an mindestens drei aussteifenden Wandscheiben angeschlossen sein, deren Wandachsen sich nicht in einem Punkt treffen dürfen und so gegen Verdrehen gesichert sind.

Damit im Grenzzustand der Tragfähigkeit bei Scheibenbeanspruchung das Versagen der Verbindungsmittel (nicht der Beplankung) maßgebend wird, sind Beplankungsränder auf der Unterkonstruktion zu befestigen. Ausnahmen gibt es nur bei bestimmten Dach- und Deckenscheiben. Der Abstand der Verbindungsmittel ist an den Beplankungsrändern a ≤ 150 mm, in anderen Bereichen a ≤ 300 mm zu wählen.

Bei Decken- und Dachscheiben sind alle Tragstöße auf Deckenbalken auszubilden! Längsfugen sind gemäß Statik mit oder ohne Hinterlegung auszubilden.

Nur geordnete Plattenlage ergibt tragfähige Decken- oder Dachscheibe.

Dachscheiben mit einer Beplankung aus SterlingOSB-Zero können sowohl als vorgefertigte Dachelemente für Flach- und Steildächer oder als in Zimmermannstradition örtlich gebaut werden.

Dachaussteifung über Dachscheibe leitet Kräfte zu aussteifenden Wänden weiter.

Bei Steildächern mit großflächigen Öffnungen in den Giebelwänden, die weder eine ausgesteifte Firstpfette noch eine innere Längswand (bis zur Dachscheibe) und ggf. auch großflächige Dachöffnungen aufweisen, sind die konstruktiven Randbedingungen, die an Dachscheiben gestellt werden, oft nicht eingehalten.

Schräg liegende Wandscheiben steifen Dach gegen Windlasten seitlich aus.

Derartige Dachflächen können über Kragscheiben ausgesteift werden. Hierbei ist zu beachten, dass es in derartigen Scheiben nur einen schubsteif hinterlegten Horizontalstoß geben darf. Dementsprechend sind großformatige Beplankungsformate zu wählen. Der Nachweis dieser Dachaussteifung erfolgt analog zu dem Nachweis von Wandscheiben als Kragscheibe.

Quelle: West Fraser

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Redaktion Holzbau Fachhandel

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