Das QNG sichert die KfW-Förderung für den Neubau
Häuslebauer, die ihr neues Heim gerne von der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW fördern lassen möchten, müssen dafür wichtige Kriterien für die Nachhaltigkeit ihres Hauses erfüllen.
Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen für Gebäude stellt dafür ein „Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude“, kurz QNG, zur Verfügung, das durch akkreditierte Zertifizierungsstellen vergeben wird. Durch das QNG soll sichergestellt werden, dass das Gebäude bereits in der Planungs- und Bauphase ökologischen, soziokulturellen und ökonomischen Standards genügt.
Bislang wurden die QNG-Siegelvarianten für Wohngebäude, Büro- und Verwaltungsgebäude sowie Unterrichtsgebäude entwickelt. Weitere Siegelvarianten kommen aber in Kürze dazu.

Was genau ist beim QNG gefragt?
Das QNG ist ein staatliches Gütesiegel, das ein Gebäude nach ganzheitlichen Kriterien betrachtet. Neben dem Energieverbrauch während der Nutzung kommt so der gesamte Lebenszyklus inklusive der „grauen Energie“, dem Flächenbedarf, die Rückbaufähigkeit und die Recyclingfähigkeit der verwendeten Materialien in den Fokus der Betrachtungen.
Auch die Beschaffenheit des verwendeten Materials spielt eine Rolle. Einen großen Raum bei der Zertifizierung nimmt mittlerweile die Gesundheit der Baumaterialien ein. Denn ohne gesundheitsgeprüfte, wohngesunde Bauprodukte gibt es kein Zertifikat und keinen Förderkredit. Welche gesundheitlichen Anforderungen Materialien erfüllen müssen, steht im Steckbrief 3.1.3 des QNG („Schadstoffvermeidung in Baumaterialien“).
Darin sind maximale Werte für verschiedene Schadstoffe etwa in Holzwerkstoffplatten, Bodenbelägen und Oberflächenbeschichtungen festgeschrieben. Einige Institute wie zum Beispiel das Sentinel Haus Institut bieten auf ihren Internetseiten Produktlisten, die aufgrund ihrer Beschaffenheit und Schadstoffbelastung für die KFW Förderung QNG qualifiziert sind.
Welche Anforderungen stellt das QNG?
Sämtliche Anforderungen und Kriterien sind in Steckbriefen geregelt. Dabei ist der Kriterienkatalog zweigeteilt in die Grundanforderungen (QNG-PLUS) und in die „besonderen“ Anforderungen (QNG-PREMIUM). Die Erfüllung der Anforderungen ist durch eine unabhängige Prüfung nach Baufertigstellung anhand der abgeschlossenen Planungs- und Bauprozesse und auf Grundlage der Überprüfung ausgewählter realisierter Qualitäten nachzuweisen. Eine aktuelle Aufführung aller registrieren Bewertungssysteme ist im Internet einsehbar.
Wer vergibt die Zertifikate?
Das Qualitätssiegel wird nach einer Zertifizierung im Auftrag des Bundesbauministeriums durch unabhängige Stellen vergeben. Das sind im Moment
- die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
- das Bau-Institut für Ressourceneffizientes und Nachhaltiges Bauen GmbH (BiRN)
- der Verein zur Förderung der Nachhaltigkeit im Wohnungsbau (NaWoh).