Die Auswahl von Dämmstoffen für Holzkonstruktionen ist eine anspruchsvolle Angelegenheit, wenn man nicht auf rundum dokumentierte Gesamtsysteme zugreift, die manche Zulieferer entwickelt haben und zur Verfügung stellen.

Im konstruktiven Holzbau kommt es bei den Dämmstoffen nur sehr selten allein auf die Dämmstoffeigenschaften an. Das Ergebnis des Bauens sind Bauteile, die der Kunde wünscht, und diese haben als Ganzes Vorschriften, Vereinbarungen und Wünsche zu erfüllen. Wer mit Holz baut, legt in der Regel auch Wert auf nachhaltig produzierte oder auch nachwachsende Dämmstoffe. Die fünf wichtigsten, weil im Holzbau häufig eingesetzten, Dämmstoffe stellt die folgende Übersicht etwas genauer vor.
Holzfaserdämmstoffe (WF)
Holzfaser-Dämmprodukte kommen als Dämmplatten oder lose Einblasdämmung im Innenausbau, in der Dach-, Decken-, Innen- und Außenwanddämmung zum Einsatz. Sie werden aus Nebenprodukten der Holzbearbeitung, zerfaserten unbehandelten Holzhackschnitzeln respektive Sägeresten hergestellt. Holzfaserplatten und lose Holzfasern können bis zu 15 % ihres Eigengewichtes an Feuchtigkeit aufnehmen, ohne an Dämmwirkung zu verlieren. Sie haben eine sehr hohe Wärmespeicherkapazität und tragen mit ihrer diffusionsoffenen, feuchteregulierenden Struktur zu einem guten Raumklima bei und dämmen sehr gut Tritt- und Luftschallbelastungen.
Mineralwolle (MW) – Glaswolle/Steinwolle
Mineralwolle wird aus der Schmelze von Basalt, Hochofenschlacke oder anderen Mineralien hergestellt. So wird Glaswolle zum Beispiel aus natürlichen Gesteinen wie Quarzsand oder Kalkstein und aus Altglas hergestellt. Steinwolle besteht aus verschiedenen Gesteinsarten wie Diabas, Dolomit oder Kalkstein. Mittels feiner Düsen oder Dampfstrahler formt man aus der flüssigen Schmelze dünne Mineralfasern, woraus Bahnen, Matten, Filze und Platten hergestellt werden. Bahnen und Matten sind meist ein- oder beidseitig mit Papier oder Metallfolien kaschiert. Ihre Haupteinsatzgebiete sind – wegen der guten Formbarkeit und Weichheit – zweischalige Flachdächer, Steildächer und Außenwände. Mineralwolle ist nichtbrennbar, wenn diese Eigenschaft nicht durch eine Tränkung oder die Kaschierung verloren gegangen ist.

Perlite (EPB)
Perlite ist ein reines Naturprodukt mit geringem Gewicht und hervorragenden wärme- und schalldämmenden Eigenschaften. Als äußerst effizienter Bau- und Dämmstoff senkt er den Energieverbrauch, und eine schnelle und einfache Verarbeitung hilft zusätzlich Zeit und Geld zu sparen. Bei der Gewinnung von Perlite wird ein aus Lava entstandenes Naturglas durch Hitze extrem expandiert. Das so entstandene sehr leichte und poröse Granulat Perlite wird beispielsweise als lose Schüttung geliefert und dient ebenso als Einblas-Dämmstoff für Hohlräume, etwa als nachträglich eingeblasene Kerndämmung in zweischaligen gemauerten Wänden. Auch in Flach- und Steildächern findet der mineralische Dämmstoff Anwendung. Perlite verrottet und schrumpft nicht und ist in der Anwendung ohne Bitumen nicht brennbar. Auch Schädlinge wie Insekten und Pilze haben keine Chance.
Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR)
Dämmstoffe aus Polyurethan-Hartschaum (PUR/PIR) zeichnen sich durch ihr gutes Wärmedämmvermögen aus, sie gelten sogar als Hochleistungsdämmstoff. Die Wärmedämmeigenschaften der geschlossenzelligen PUR/PIR-Hartschäume werden heute hauptsächlich durch Treibmittel wie Pentan oder CO2 erzielt. Polyurethan-Hartschaum ist die Bezeichnung für eine Dämmstoff-Familie, die PUR- und PIR-Hartschäume einschließt. Sie sind wegen ihres Dämmvermögens vielseitig einsetzbar – sowohl als Dämmstoff als auch als Konstruktionswerkstoff in Kombination mit verschiedenen Deckschichten. Die Produktpalette reicht von Dämmplatten für die Anwendungsgebiete Dach, Wand, Boden und Decke über Fensterrahmen- Dämmung und Montageschaum bis hin zu Metall-Sandwichelementen für den Industriebau.
Schaumglas (CG)
Flüssiges Glas wird durch Zugabe von Treibmitteln zu einem aufgeschäumten, geschlossenzelligen Dämmstoff. Der hohe Gasanteil in den Zellen wirkt wärmedämmend. Die charakteristischen Eigenschaften von Glas bleiben bei Schaumglas weitgehend erhalten. Schaumglas nimmt kaum Wasser auf und ist praktisch diffusionsdicht. Der Dämmstoff ist nichtbrennbar, unverrottbar und besitzt als Platte oder Granulat hohe Belastbarkeit.

Zellulose
Zellulosedämmung wird aus zerfasertem Altpapier hergestellt. Zur Verbesserung des Brandschutzes werden Zuschlagstoffe zugegeben, die gleichzeitig gegen Schimmel- und Schädlingsbefall wirken. Zellulosedämmstoff ist wiederverwertbar und deponierfähig, allerdings nicht kompostierbar. Als Flocken wird die Zellulose in der Regel in die Dämmschalung eingeblasen, auf horizontalen Flächen aufgeblasen oder auf senkrechten Flächen aufgesprüht und findet bei Hohlräumen (Zwischensparrendämmung) oder an Wand, Boden und Decke Verwendung. Zelluloseplatten sind gleichermaßen für die Dämmung im Innen- und Außenbereich geeignet.