Beim Bau oder der Sanierung einer hausanschließenden Terrasse treffen mehrere Gewerke aufeinander. Sind sie nicht sach- und fachgerecht aufeinander abgestimmt, kann Feuchtigkeit eindringen und Schäden an der Substanz des Hauses verursachen. Diese zeigen sich allerdings oft erst Jahre nach der Bau- oder Renovierungsabnahme.
- Innerhalb von fünf Jahren nach Abnahme muss der Handwerker bei fehlerhafter Arbeit kostenlos nachbessern.
Terrassen verbinden Drinnen mit Draußen und schaffen im Sommer einen zusätzlichen Wohnraum zum Entspannen. Die Gewerke müssen beim Neubau oder der Sanierung eines älteren Hauses aufeinander abgestimmt sein, um optimalen Schutz vor Witterungseinflüssen und aus dem Boden kommender Feuchte zu bieten.

Der Gewerkeübergang bei Fassadenanschlüssen ist ein sensibler Bereich und eine nicht fachgerechte Ausführung kann zu Feuchtigkeitsschäden führen. Dies gilt für die sichere und dauerhafte Abdichtung am Gebäudesockel und im Übergang zum Erdreich, aber auch für den Übergang von der Terrasse zum Gebäude. Da immer mehr Übergänge barrierefrei gebaut werden, ist hier ein vulnerabler Punkt für eintretendes Wasser. Entwässerungslösungen für Fassaden und Dachflächen verhindern das Eindringen von Feuchtigkeit ins Gebäude. Fassadenentwässerungsrinnen sichern beispielsweise Anschlussbereiche, indem sie bei barrierefreien Schwellenkonstruktionen Regenwasser ableiten.
Gebäudeabdichtung vom Sockel an richtig machen
Der Gebäudesockel liegt teils unsichtbar direkt auf dem Fundament oder der Bodenplatte auf und grenzt als Fassadenelement unmittelbar an das Gelände. Er ist durch seine Lage unter- und oberhalb der Erdkante besonderen Beanspruchungen wie Spritzwasser, dauernder Bodenfeuchte und mechanischen Beanspruchungen ausgesetzt.
Als Landschaftsgärtner sollte man mit der Abdichtungsnorm für erdberührte Bauteile DIN 18 533 vertraut sein, auch wenn die Bauausführung meist in die Verantwortung des Hochbauers fällt. Viele Landschaftsgärtner werden beim Terrassenbau vom Auftraggeber allerdings gebeten, die Gebäudeabdichtung „mal eben mitzumachen“. Als ausführender Handwerker sollte man sich bei Übernahme der Arbeiten klar sein, dass man sich damit auf dünnes Eis begeben kann, denn für später auftretende Schäden besteht eine Gewährleistungsfrist von fünf Jahren. Für eine sach- und fachgerechte Ausführung muss man die Planungsunterlagen im Bereich des Fassadensockels kennen, beispielsweise in welcher Höhe mit dem Gelände an die Fassade angeschlossen werden soll. Eine dokumentierte Sichtprüfung vor Baubeginn sollte mindestens durchgeführt werden. Die Begutachtung durch einen Sachverständigen ist bei einem Bestandsbau zu empfehlen, für den es keine Planungsunterlagen mehr gibt.

Egal, ob es sich um ein- oder zweischaliges Mauerwerk mit oder ohne Wärmedämmung handelt und ob das Gebäude unterkellert ist oder nicht, muss der sensible Bereich zwischen Sockelabdichtung und erdberührten Bauteilen mit überlappenden Dichtungssystemen sorgfältig abgedichtet werden. In der Regel erfolgt die Abdichtung auf dem gut gereinigten sowie riss- und lückenfreien Untergrund zunächst oberhalb des Erdreichs und wird dann mit einer ca. 10 cm breiten erdberührten Überlappung überarbeitet. Da das wasserdichte Material hohe Drücke ohne Beschädigungen aushalten und auch kleinere Risse sicher abdichten muss, wird meist eine streich- und spachtelbare, kunststoffmodifizierte Bitumendickbeschichtung verwendet. Die darauf aufgebrachten mineralischen und druckwasserbeständigen Dichtungsschlämme verhindern aufsteigende Feuchtigkeit.
Für eine sichere Anwendung muss der Baugrund mindestens drei Tage frostfrei sein und die Oberflächentemperatur bei 5 °C liegen. Die optimale Sockelhöhe mit einer Schutzschicht aus Dichtschlämmen sollte im Spritzwasserbereich mindestens 30 cm oberhalb der Geländeoberkante betragen. In schneereichen Gebieten sollte die Sockelhöhe entsprechend großzügiger eingeplant werden.

Optimaler Wasserablauf mit Drainage und Gefälle
Terrassen sind als Außenbauteile besonders hohen Beanspruchungen ausgesetzt. Spritz- und Oberflächenwasser müssen zügig von der Terrasse abgeleitet werden, damit keine Pfützen entstehen und das stehende Wasser in die Abdichtung einwirkt. Feste und lose Belagskonstruktionen von Fliesen und Platten für den Außenbereich beschreiben das ZDB Merkblatt „Außenbeläge 2019-08“ und die ZTV-Wegebau „Zusätzliche Technische Vertragsbedingungen für den Bau von Wegen und Plätzen außerhalb von Flächen des Straßenverkehrs“ für gering belastete Pflasterdecken und Plattenbeläge des Garten- und Landschaftsbaus.
Seit 2017 gilt ein Mindestgefälle immer vom Haus weg von 1,5 %, damit das Wasser möglichst schnell von der versiegelten Fläche abfließen kann. Ein fachgerechter Unterbau mit verschiedenen verdichteten Schichten über dem gewachsenen Boden trägt die Konstruktion und leitet Sicker- und Bodenwasser in den Untergrund ab. Daher müssen die sickerfähigen Schichten ebenfalls ein Gefälle haben.

Bei einem wasserdurchlässigen Belag aus Pflastersteinen oder Klinker in ungebundener Bauweise oder Holz-/WPC-Dielen versickert das Oberflächenwasser in den Unterbau. Damit es nicht zu Staunässe kommt, die bei Frosteinwirkungen zu Schäden am Unterbau führen kann, muss es möglichst schnell im Boden versickern. Geplante Hohlräume fördern die Zirkulation der Luft, sodass Feuchtigkeit entweichen kann.
Bei einem wasserundurchlässigen Terrassenbelag aus verlegten Keramikplatten müssen das Oberflächenwasser und das in den Unterbau eingesickerte Wasser abgeleitet werden. Entwässerungsrinnen zwischen der befestigten Fläche und dem Gebäude sorgen für eine effektive Linienentwässerung. Eingebaute Drainagematten leiten eindringendes Wasser horizontal ab. Diese Matten entkoppeln den Fliesenbelag auch vom Untergrund und können so Spannungsrisse vermeiden.
Entwässerung bei barrierefreien, schwellenlosen Übergängen
Die Nachfrage nach schwellenlosen Balkon- und Terrassen-Übergängen im Außenbereich steigt, denn Türschwellen stellen für ältere oder bewegungs-eingeschränkte Menschen oft Stolperfallen und Hindernisse dar. Zudem wirken ebenerdige Übergänge großzügiger, eleganter und leicht. Ihre gelungene Umsetzung in diesem sensiblen Übergangsbereich beinhaltet aber einige Herausforderungen.
Neben der Flächenentwässerung der Terrasse muss bei schwellenlosen Übergängen jederzeit sichergestellt sein, dass bei Regen keine Feuchtigkeit in das Innere des
Gebäudes eindringen kann. Barrierefreiheit und Abdichtungsnorm müssen jeweils in Einklang gebracht werden. Daher gelten schwellenfreie Übergänge bislang als abdichtungstechnische Sonderlösungen und bedürfen einer individuellen Lösung zwischen den Baubeteiligten. Als Planungsgrundlage – auch für späteres Haftungsrisiko – sollte eine baukonstruktive Lösung als Detailzeichnung angefertigt werden.

Die ACO Profiline X Fassadenentwässerungsrinne erfüllt die DIN 18531 sowie die Flachdachrichtline. Der Rinnenkörper lässt sich mit montierbarer Höhenverstellung an die benötigte Höhe anpassen. Abstandhalter sorgen für eine Rostzentrierung und eine einwandfreie Lage der Abdeckungen. Die neuen Frameline-Elemente wurden speziell für barrierefreier Übergänge entwickelt.
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Die Kür für die Terrassenplanung
Durchdachte Details machen eine neue Terrasse perfekt. Plane bei der Neugestaltung des Außenbereichs die Elektrik gleich mit. Bei einem Neubau bietet sich der direkte Einbau eines Verteilersystems mit Leerrohren für Strom- und Datenkabel in die Bodenplatte an. Es schafft die notwendige Infrastruktur, um die Versorgung vieler Geräte im Außenbereich auch nachträglich zu gewährleisten. Sind die Versorgungsleitungen einmal gelegt, können Sie eine Terrasse unabhängig und flexibel mit Steckdosen, Beleuchtung, Außenküche aber auch mit stabilem WLAN ausbauen.

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Zusammenfassung der wichtigsten Empfehlungen zur Leistungsabgrenzung zwischen Hochbau und GaLaBau für den ebenerdigen Anschluss von Freianlagen an ein Gebäude bzw. an Fassadenflächen und Terrassenaustritte¹ :
- Planungsunterlagen im Bereich des Fassadensockels ober- und unterhalb der Gebäudeoberfläche besorgen, in denen die Abdichtungshöhe vorgegeben sein muss und Besonderheiten der Fassadenabdichtung und -dämmung dokumentiert sind
- Kenntnis der Lage von Ver- und Entsorgungsleitungen
- Bei Neubauten Abnahmeprotokolle der abgeschlossenen Leistungsbereiche einsehen
- Durchführung einer dokumentierten, sorgfältigen Sichtprüfung der Abdichtung, des Abdichtungsschutzes sowie des Spritzwasserschutzes der Außenwandkonstruktion
- Bodenbeschaffenheit sowie die Verfüllung und Verdichtung des Arbeitsraums prüfen
- Zur Vermeidung späterer Haftungsfragen sollten Bedenken gegen eine fachgerechte Bauwerksabdichtung schriftlich und begründet angemeldet werden
¹ Aus der Empfehlung für Planung, Bau und Instandhaltung der Übergangsbereiche von Freiflächen zu Gebäuden vom Regelwerkausschuss „Übergangbereich Freifläche-Gebäude“ der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau (FLL)


