In einer Zeit, in der uns unsere Gesundheit bewusster ist als je zuvor, spielt die Ernährung eine gewichtige Rolle. In der Folge werden auf Fensterbänken Kräuter gezogen, auf dem Balkon gedeihen Kartoffeln in Eimern und im Garten wird Platz für Gemüsebeete geschaffen. Gärtnereien und Landschaftsgärtner haben die Gelegenheit, ihre Dienstleistungen in die kalte Jahreszeit hinaus auszudehnen. Um dies zu erreichen, sollten die Kunden über die facettenreichen Möglichkeiten informiert werden, gesunde Gemüse für den Winter zu säen und in der frostigen Periode zu ernten. Welche Verfahren zum Anbau von Wintergemüse bestehen und was zu beachten ist, ist recht einfach erklärt.
Welche Wintergemüse müssen vor Frost geschützt werden, wann ist Frost erwünscht?

Dies gilt im Prinzip für alle Kohlarten. Wird beispielsweise Rosenkohl vor dem Frost geerntet, schmeckt dieser bitter. Erst der Frost verwandelt die Bitterstoffe in Zucker, was dieses Gemüse so beliebt macht. Deshalb wird Rosenkohl den gesamten Winter über geerntet, bis in den Februar. Auch Spinat profitiert von der Kälte und ein Obst. Wer Wein mit seinen Trauben bis nach dem ersten kräftigen Frost stehen lässt, der kann sich auf einen süßlichen Eiswein freuen.
Absolut frostharte Gemüse sind:
- Rosenkohl
- Wirsing
- Grünkohl
- Porree
- Asiasalat
- Postelein
- Feldsalat
- Pastinaken
- Schwarzwurzeln
Bei starkem Frost sollten diese Gemüse mit einem Vlies abgedeckt werden:
- Spinat
- Kohlrabi
- Wintersalat Baquieu
- Weißkohl
- Rotkohl
- Winterrettich
- Herbstrüben
- Chinakohl
- Sellerie
- Rote Bete
- Karotten
- Mangold
- Knoblauch
- Winterzwiebeln
- Dicke Bohnen

Warum der winterliche Gemüsegarten nie bewässert wird
In einem normalen Winter fallen ausreichend Niederschläge, sodass auf eine Bewässerung der Pflanzen generell verzichtet werden kann. Eigentlich ist das Gegenteil der Fall, denn Staunässe muss unbedingt vermeiden werden. Staut sich Wasser in einem Winterbeet und es kommt zum Frost, gehen die Pflanzen ein, weil die Wurzeln erfrieren. In Gärten mit stark lehm- oder tonhaltigen Böden ist es deshalb ratsam, ein Hochbeet anzulegen oder das Beet durch eine Drainage zu entwässern. Sollte doch eine ungewöhnlich trockene Periode einsetzen, kann in Ausnahmefällen gegossen werden. Das Bewässern muss aber auf den frühen Morgen und ausschließlich auf sonnige Tage beschränkt werden, damit das Erdreich beim Einsetzen des Nachtfrosts trocken genug ist.
Beheizte und künstlich beleuchtete Gewächshäuser oder Wintergärten
Soll ein Wintergarten beheizt werden, steht die Frage nach dem Grund im Raum. Wird die grüne Oase zur Erholung genutzt, sind ein Kamin oder ein Kachelofen die Garantie für wohlige Wärme. Wird der Wintergarten aber wie ein Gewächshaus genutzt, es sollen Pflanzen überwintern und Gemüse soll gedeihen, ist der tatsächlich notwendige Wärmebedarf entscheidend.
Deshalb wird generell unter drei Arten von Gewächshäusern unterschieden. Den kleinsten Aufwand verursachen die Gewächshäuser, die frostfrei bleiben sollen. In der Regel ist es hier ausreichend, eine gute Isolierung anzubringen. Bei starkem Frost kann mit einfachen Mitteln kurzfristig die Temperatur erhöht werden. Temperierte Gewächshäuser benötigen zumindest eine konstante Wärmequelle, denn in diesen Treibhäusern sollen zwischen 12° und 18° Celsius herrschen.
Tropische Gewächshäuser sind für Liebhaber von Orchideen und andern exotischen Pflanzen gedacht. Naturgemäß verlangen diese Treibhäuser den höchsten Energieaufwand.
Gewächshaus auf den Winter vorbereiten
Die bei einem Gewächshaus vorhandenen Glasflächen sorgen bei Sonnenschein für ein warmes Klima. Zugleich sind die Pflanzen vor Sturm und Regen geschützt. Zudem bleibt die Luftfeuchtigkeit weitgehend konstant. Diese Faktoren beschleunigen und verbessern das Wachstum der Pflanzen. Allerdings reichen die Sonnenstunden im Winter nicht aus, um den Raum durchgehend zu erwärmen. Die natürliche Lichtausbeute ist für die meisten Pflanzen zu gering, um ein üppiges Wachstum zu erzielen.

Wollen die Freizeitgärtner aber Tomaten, Gurken, Paprika oder Peperoni ziehen, muss eine zusätzliche Lichtquelle installiert werden. UV-Lampen für Gewächshäuser sind die optimale Lösung, insbesondere wenn diese zeitlich als Wärmequelle dienen. Tomaten reifen beispielsweise bereits bei Temperaturen um 18° Celsius, was sich in einem gut isolierten Treibhaus relativ leicht erreichen lässt.
Empfohlene Isolierung für Gewächshäuser
Glasereien, Gartenfachbetriebe und Tischlereien sollten ihren Kunden die Vorteile von Doppelstegplatten aus Acryl oder einem anderen Kunststoff vermitteln. Diese Platten mit sechs bis 16 mm Stärke haben sich in der Praxis ausgezeichnet bewährt. Wichtig ist zugleich die Abdichtung von Fugen und Montagerahmen, wozu sich Silikon sehr gut eignet. Eine solche Wärmedämmung ist fast immer ausreichend, sollen im Gewächshaus frostempfindliche Pflanzen überwintern. Ist den Kunden dieser Aufwand zu hoch, können die Glasflächen den Winter über mit einer Noppenfolie abgedeckt werden. Noppenfolie ist wird als Rollen- oder Meterware günstig im Fachgroßhandel und in Baumärkten angeboten. Wird die Folie nicht beschädigt, kann sie mehrere Winter hindurch verwendet werden.
Mögliche Wärmequellen für Gewächshäuser im Winter
Für kleinere Gewächshäuser können Kerzen oder Teelichtöfen als Wärmequelle eingesetzt werden. Diese Maßnahme ist dann zu empfehlen, wenn nur über wenige Tage Frost herrscht und die Isolierung nicht ganz ausreichend ist.
Bei größeren Gewächshäusern sind kleine, zumeist mobil verwendbare Öfen angeraten. Dabei ist es im Prinzip egal, ob diese Öfen mit Holz, Kohle, Pellets, Gas oder Petroleum beheizt werden. Wichtig ist, dass die Abgase abgeleitet und die Brandschutzbestimmungen eingehalten werden. Bei diesen sehr kleinen Öfen ist in der Regel keine Genehmigung erforderlich. Es ist aber immer besser, den Bezirksschornsteinfeger hinzuzuziehen.

Gewächshaus-Icon und "Tipp: Kerzen und mit Brennstoff beheizter Öfen erzeugen CO2. Dieses Gas fördert das Wachstum der Pflanze ) Lediglich bei sehr großen Gewächshäusern ist der Aufwand zur Installation einer Heizungsanlage gerechtfertigt. Es besteht aber auch die Möglichkeit, den Heizkreis des Wohnhauses zu nutzten. Allerdings hat dies Nachteile. In Wohnhäusern werden Heizungsanlagen zumeist tagsüber mit optimaler Leistung betrieben, während abends die Nachabschaltung einsetzt. Gerade nachts wird aber im Gewächshaus Wärme benötigt. Deshalb ist die Mitbenutzung der regulären Heizungsanlage im Haus fast immer mit hohen Betriebskosten verbunden.
Die Solarheizung als kostengünstige Alternative fürs Gewächshaus
Die Solartherme-Technik ist bei entsprechender Auslegung auch im Winter in der Lage, ein Gewächshaus zu beheizen. Besonders preiswert sind die schwarzen Solarschläuche, die mit Wasser gefüllt werden. Diese Wärmeschlangen werden auf dem Boden des Treibhauses ausgelegt. Tagsüber absorbieren und speichern sie die Wärme der Sonne und geben diese gleichmäßig wieder ab, sobald es kühler wird. Je nach Durchmesser und Länge dieser Solarschläuche kann so ein Gewächshaus frostfrei gehalten oder bis auf rund 20° Celsius aufgeheizt werden.
